Mit Strategien werden im NLP meist unbewußte Denkmuster bezeichnet, die unserem Verhalten zu Grunde liegen und es bestimmen. Salopp könnte man sagen, die Strategien sind Betriebsanleitungen für unser Verhalten. Dabei gibt es nützliche und weniger nützliche solcher Anleitungen oder Strategien.
Ein Beispiel ist die Orientierung. Menschen sprechen gerne davon, dass Sie Orientierungssinn haben oder nicht. Die Wahrheit ist: Sie haben alle keinen Orientierungssinn, denn es gibt für Orientierung, also das sich zurecht finden in einer ungewohnten Umgebung, kein Sinnesorgan. Zumindest wurde bis heute noch keines gefunden. Daraus ist zu schließen, dass ein Mensch der sich zurecht findet, genauso ausgestattet ist, wie einer der umher irrt, nur er setzt seine Sinne anderes ein, hat nützliche Vorannahmen (unnütz ist zum Beispiel: Ich habe einen schlechten Orientierungssinn) und glaubt an seine Fähigkeiten.
Somit gehen NLP,ler davon aus, dass es nützliche und weniger nützliche Strategien gibt, zum Einparken oder auch zum Glücklichsein. Das wird umgangssprachlich oft als Talentlosigkeit bezeichnet. “Ich habe kein Talent für Sprachen” – prima! Wer das von sich glaubt, hat sofort die beste Entschuldigung, dass es nicht klappt mit dem spanisch oder französsich lernen. Wer es sich also einfach machen möchte, der sagt einfach, oweh, “Ich habe kein Talent dafür!” Und schwupps ist er entschuldigt, ein anderer übernimmt die Aufgabe oder man läßt das Vorhaben einfach sein.
Bandler und Grinder, später auch Dilts gingen davon aus, das man Strategien oder mentale Bedienunganleitungen gezielt verbessern und verändern kann, um damit seine Vorhaben einfacher und leichter zu realisieren . Mit dieser Metapher war es einfach daran zu glauben, dass es möglich ist etwas zu Lernen, was man für unmöglich gehalten hat, weil man ja kein Talent hat!
Also, mal eben die Bedienungsanleitung umschreiben und schon gelingen Dinge, die man für unmöglich gehalten hat. Klingt doch prima oder? Ist es auch, wenn man daran glaubt. Die Grenzen sind dabei diejenigen, die man sich selbst setzt, bzw. die durch äußere Umstände vorgegeben sind. Also auch mit noch soviel NLP Strategiearbeit wird ein 40-jähriger kein Olympiasieger mehr im 100m-Lauf, aber leicht und locker einparken, oder sich schnell und sicher orientieren oder eine Sprache mit Spaß zügig lernen, ist doch auch schon was!
Viele Grüße, Rolf Söder
